Rezensionen Geisterspiel

Die Offenbach-Post berichtet am 6.10.2026:

Kanal-Morde und Kickers-Liebe

BUCHMESSE Kult-Autor Thorsten Fiedler im Interview über seinen neuen Offenbach-Krimi

Offenbach – Eine unheimliche Stimme aus dem Waldboden fleht um Erlösung und warnt vor ungesühnten Schrecken. Privatdetektiv Adi Hessberger ist zurück und soll im Buch „Geisterspiel“ von Thorsten Fiedler die Polizei bei einem mysteriösen Fall unterstützen, dessen Wurzeln in der Vergangenheit liegen. Ohne es zu ahnen, gerät er dabei in eine gefährliche Situation … Für 14 Euro (überall im Buchhandel) ist der Leser dabei. Wir fragten vor Erscheinen beim Offenbacher Kult-Autor nach.

„Geisterspiel“ ist Ihr mittlerweile siebter Offenbach-Krimi. Wie hat sich Ihre Beziehung zu Ihrem Ermittler Adi Hessberger über die Jahre verändert?

Da wir beide sehr intensiv zusammenarbeiten, tauschen wir uns mehrmals die Woche aus. Zusätzlich treffen wir uns bei den OFC-Heimspielen und manchmal auch im Fanmuseum, wenn wir dort die Auswärtsspiele unseres OFC anschauen. Inzwischen ist Adi fast eine Art Familienmitglied geworden.

Mal ein kleiner selbstkritischer Blick zurück. Wenn Sie Ihr erstes Buch mit dem aktuellen Werk vergleichen: Inwiefern haben Sie sich selbst als Autor weiterentwickelt?

Natürlich entwickelt man sich als Autor weiter und wächst mit seinen Aufgaben. Inzwischen ist der Rechercheanteil deutlich gewachsen und mit der Unterstützung von Ärzten, Polizisten, einem Staatsanwalt und der Stadt Offenbach ist auch für die Überprüfung der einzelnen Sachverhalte ausreichend gesorgt.

Sie deuten an, dass „Geisterspiel“ auf wahren Begebenheiten basiert, hüten Details aber wie ein Staatsgeheimnis. Können Sie uns zumindest verraten, wie Sie auf den Fall gestoßen sind?

Die Details dieses Falles beruhen auf den sogenannten Kanal-Morden. Der Fall konnte bisher nicht aufgeklärt werden und manche Angehörige warten heute noch darauf, dass der oder die Täter gefasst werden. Angesichts dessen habe ich mich etwas bedeckt gehalten, obgleich mir alle Namen der Opfer bekannt sind. Auf den Fall bin ich gestoßen, als ich in alten Zeitungsberichten gestöbert habe. Die Nähe der Leichenfundorte und die jahrelangen Ermittlungen in diesem Cold Case haben mich von Anfang an fasziniert.

Einen realen Fall in einen fiktiven Roman einzubauen. Das erscheint dem allein lesenden Laien schwierig …

Dieses Mal bestand die große Schwierigkeit darin, den Bogen zu Jürgen Klopp zu spannen – zwischen Vergangenheit, Gegenwart, Realität und Fiktion.

Ihr Faible für die Offenbacher Kickers ist legendär, im sechsten Band ging es um den „Kickersfluch“. Welche Rolle spielt der OFC dieses Mal?

Der OFC ist in meinen Büchern stets präsent, dies wird schon beim Einband auf den ersten Blick deutlich. Da Adi Hessberger und ich große Fans der Offenbacher Kickers sind, fließen immer wieder Spielberichte, Stammtisch-Analysen oder Begegnungen an typischen Treffpunkten, wie dem Fanmuseum oder der Eckkneipe „Zum Bieberer Berg“ ein.

Bei „Scheißendreck Happens“ hat Peter Neururer das Vorwort geschrieben, beim letzten Krimi Oberbürgermeister Felix Schwenke, bei „Geisterspiel“ kommt das Vorwort von dem Kickers-Präsidenten Joachim Wagner. Jetzt fragt sich der geneigte Leser: Wer kommt als Nächstes?

Das wird tatsächlich schwierig. Aber es gibt ja immer noch Rudi Völler, Lothar Matthäus und Jürgen Klopp.

Das Buch erscheint pünktlich zur Frankfurter Buchmesse. Wie sieht die heiße Phase – im Fußball die letzte Viertelstunde – bei Ihnen aus? Überwiegt die Nervosität oder die Vorfreude?

Da überwiegt absolut die Vorfreude. Wie in den vergangenen Jahren werde ich die Offenbacher Fahne komplette fünf Tage bei der Frankfurter Buchmesse hochhalten. Die T-Shirts, Bierdeckel und vor allem die Bücher sind gedruckt, somit ist alles vorbereitet für eine erfolgreiche Messe. Und eine der ersten Veranstaltungen bei der offiziellen Eröffnung am kommenden Mittwoch, 7. Oktober, wird um 10 Uhr übrigens die Präsentation meines neuen Krimis „Geisterspiel“ sein. Ganz nach dem Motto: „Offenbach läutet die Frankfurter Buchmesse ein.“

Die Fragen stellte
Martin Kuhn